Sicherheit von Anlagen in Lebensversicherungen

co Yuri_Arcus IStockphoto

In Hinblick auf die Sicherheit der Lebensversicherungen stellen sich unterschiedliche Fragen:

 

  • Ist das Ersparte in Krisenzeiten wirklich sicher?
  • Welche Risiken zeichnen sich aktuell ab?
  • Wer garantiert die Sicherheit?
  • Welche Rendite ist sicher ? 
  • Ist das Konzept Lebensversicherung zukunftssicher?

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Ist das Ersparte in Krisenzeit wirklich sicher?

Inwieweit ihr Guthaben in einer Krise wirklich sicher ist, hängt von Art und Ausprägung der Krise ab. Finanz- und Wirtschaftskrisen wirken sich unterschiedlich auf die verschiedenen Anlageklassen aus und haben unterschiedliche Folgen für die verschiedenen Länder der Welt.

 

Für "normale Krisen", wie wirtschaftliche Rezessionen, können Guthaben in den Lebensversicherungen vom Grundsatz her relativ gut gesichert werden. Dies gilt solange, wie die Lebensversicherungen nicht von einer systematischen Krise betroffen sind. Das bedeutet: gerät eine Gesellschaft in "Schräglage", kann das Sicherungssystem seine Aufgabe erfüllen, Verluste zu vermeiden. Sind mehrere Lebensversicherungen dagegen systematisch betroffen, steigt das Verlustrisiko. 

 

Sie können aber heute auch den möglichen negativen Folgen von systematischen Krisen vorbeugen. Denn Sie haben bei einigen Gesellschaften inzwischen die Möglichkeit sich durch individuelle Gestaltung der Anlagen innerhalb des Lebensversicherungsvertrages gut in Hinblick auf unterschiedliche Szenarien zu positionieren. Daneben besteht auch die Möglichkeit innerhalb der Anlageklasse Lebensversicherung zu diversifizieren. Nur wird dieses Instrument in der Praxis zu wenig genutzt.     

 

 

Welche Risiken zeichnen sich aktuell ab?

Konventionelle Versicherungen beinhalten folgende Risiken:

 

  • zu geringe Ertragsmöglichkeiten im Bereich der Anlagen in Rentenpapiere. Das aktuelle Zinsniveau im Bereich erstklassigen Anleihen ist zu gering, um langfristige ausreichende Renditen zu erwirtschaften.
  • steigende Zinsen würden die Ertragssituation von Lebensversicherungen zwar verbessern, führen aber zu Kursverlusten bestehender Anlagen. Hält die Lebensversicherung diese Papiere im Umlaufvermögen, müssen die Verluste bilanziell ausgewiesen werden
  • zu geringes Neugeschäft
  • die Anlagen weisen ein systematisch hohes Klumpenrisiko auf. Auch was auf den ersten Blick als diversifizierte Anlage erscheint, stellt sich bei näherer Betrachtung als nichtdiversifiziert heraus (eine augenscheinliche Diversifikation in Pfandbriefe, Hypotheken und Immobilien stellt tatsächlich ein Klumpenrisiko im Immobilienbereich dar) 
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Die Risiken konventioneller Lebens- u. Rentenversichertungen fallen gerade für vermeintlich vorsichtige Sparer hoch aus. Denn diese Anleger legen ihr nicht in Versicherungen gebundenes Geld häufig in den gleichen Anlagen an, wie dies ihre Lebensversicherungen tun. KEIN PROFESSIONELLER ANLEGER WÜRDE EINE SOLCHE KLUMENBILDUNG AKZEPTIEREN UND SOLCHE RISIKEN EINGEHEN.

Die Risiken fondsgebundener Lebensversicherung liegen hauptsächlich in der fehlenden Beobachtung der Fonds innerhalb der Versicherungen.

 

Ob hier dem Versicherungsnehmer, dem Vermittler oder der Gesellschaft ein Versäumnis vorzuhalten ist, sei dahingestellt.

 

Tatsache ist aber, dass hier in der überwiegend Zahl der Verträge Handlungsbedarf besteht.

Das Konzept fondgebundener Lebensversicherungen ist prinzipiell ein gutes und sinnvolles Angebot. Dennoch ist in vielen Fällen Kritik angebracht. Eine Beratung zu Investmentfonds erfordert ein fundiertes und umfangreiches Wissen. Vielleicht um eine Überforderung der Vermittler zu vermeiden, bieten viele Gesellschaft aber nur ein relativ eingeschränktes Angebot, wodurch nicht alle Chancen wahrgenommen werden können. Erschwerend kommt nach Abschluss der Verträge hinzu, dass die spätere Möglichkeit der Gestaltung wie z.B. eine Anpassung der Assetallokation häufig nicht erfolgt.

Wer garantiert die Sicherheit ?

Protektor ist als freiwillige Auffanggesellschaft im Jahre 2003 gegründet worden, als die Mannheimer Lebensversicherung ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllen konnte. Am 15. Dez. 2004 wurde daraufhin das Versicherungsaufsichtsgesetz geändert und die Errichtung eines Sicherungsfonds für Lebensversicherungen gesetzlich vorgeschrieben. Diese Aufgabe hat die Protektor AG übernommen.


Die Versicherungsgesellschaften sind verpflichtet, einen jährlichen Beitrag in Höhe von 0,02% ihrer Nettorückstellungen (diese dienen im normaler Betrieb zur Erfüllung der Lebens- und Rentenversicherungsverträge) einzuzahlen. Diese Leistungen müssen solange eingezahlt werden bis 0,1% der Nettorückstellungen aller Lebensversicherungsgesellschaften eingezahlt sind. Dies sollte bis zum Dez 2010 mit einem Gesamtbetrag von 680 Mio. EUR erreicht sein.
Im Sicherungsfall können weitere Sonderbeiträge erhoben werden. Zunächst werden dann aber die garantierten Leistungen um 5% reduziert und dann wird die zusätzliche Leistung auf maximal 1% begrenzt.

Zu beachten ist:


Protektor sichert nur die garantierten Leistungen ab. Die bisher erworbenen Überschüsse können verloren gehen. Außerdem kann die garantierte Leistung um 5% abgesenkt werden. Sollten im Falle ein solch negativen Entwicklung viele Kunden ihre Verträge kündigen, kann das Kündigungsrecht ausgesetzt werden.

Welche Rendite ist sicher?

Zu unterscheiden ist hier zwischen konventionellen und fondsgebundenen Versicherungen.

 

Eine Garantie über die Höhe der späteren Auszahlung erhalten Sie von der Versicherungsgesellschaft nur für konventionelle Versicherungen. Hier wird die garantierte Ablaufleistung durch die Höhe des Garantiezinses bestimmt. Die Garantieverzinsung ändert sich für bestehende Verträge nicht, wird aber für Neuabschlüsse in unterschiedlichen Zeitabständen der Marktsituation angepasst.

Entwicklung der Garantieverzinsung deutscher Lebensversicherung (rot) und Umlaufrendite 10-jähriger Staatsanleihen (blau). Quellen: Gesamtverband der Versicherungen; Deutsche Bundesbank. Graphik: FORAIM

Dabei zeigt sich, dass auch Lebensversicherungen sich den Gegebenheiten der Kapitalmärkte nicht entziehen können. Wenn sich die Gesellschaften aber bei der Garantieverzinsung den Märkten unterwerfen müssen, warum sollte dies dann nicht auch für die typischen Marktrisiken gelten?

Ist das Konzept Lebensversicherung zukunftssicher ?

wie meist: es kommt drauf an.....

 

  • welche Art der Lebens- oder Rentenversicherung Sie wählen

 

  • ob Sie das Sparen in Ihre Lebensversicherung genauso sorgsam beobachten und managen, wie das Sparen in Ihrem Investmentfondsdepot

 

  • ob Sie die Grundregel für eine sichere Anlage - die DIVERSIFIKATION - beachten

Lebensversicherungen richtig gewählt und laufend gemanagt, können innerhalb ihres Gesamtportfolios deutlich zur Verbesserung der Nach-Steuerrendite und zur Risikominderung beitragen. Auf der anderen Seite: Wer nur einmal eine Lebensversicherung abschliesst und die Police bis zur Auszahlung unbeachtet ablegt, erhöht das Risiko und senkt die Chancen.  

 

 

 

Umfassende Informationen und Beratung zur Sicherheit der Lebensversicherungen

Auf 20 großformatigen Seiten wird die aktuelle Krise der privaten Renten- und Lebensversicherungen umfassend untersucht. Aus den Anlagevorschriften für die deutschen konventionellen Lebensversicherungen, die eigentlich Sicherheiten bieten sollen, entstehen nicht nur Renditerisiken. Kaum bekannt ist, welche gravierenden Folgen bei einer wirtschaftlichen Schieflage der Gesellschaften eintreten können. Der gesetzlich geregelte Schutz kann dann zur Falle werden. Wir analysieren, wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte. Und wir zeigen auf, was für die Zukunft, und damit für die Sicherheit Ihrer Altersversorgungzu beachten ist. 

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